Was ist ein Blower-Door-Test?

Der Blower-Door-Test, auch Differenzdruckmessung genannt, ist ein Messverfahren, mit dem die Luftdichtheit eines Hauses überprüft wird. Der Test hilft dabei, eventuelle Leckagen in der Gebäudehülle aufzuspüren, sie zu beseitigen und dadurch die Luftdichtheit zu gewährleisten. Doch was hat es mit der Luftdichtheit der Gebäudehülle auf sich und wie wird sie mit dem Blower-Door-Test sichergestellt?

Was bedeutet Luftdichtheit der Gebäudehülle?

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt eine luftdichte Gebäudehülle für Neubauten vor. Luftdichtheit der Gebäudehülle bedeutet, dass bei geschlossenen Türen und Fenstern keine Luft aus den Innenräumen des Hauses nach außen dringen darf. Laut EnEV muss die wärmeübertragende Umfassungsfläche dauerhaft luftundurchlässig abgedichtet sein, um einen unnötigen Energieverlust zu vermeiden.

Wie wird die Luftdichtheit eines Hauses erreicht?

Luftdichtheit bedeutet, dass die gesamte Gebäudehülle so ausgeführt sein muss, dass sie überall so dicht ist wie eine Wand. Vor allem die Anschlussfugen von Fenstern und Außentüren und die Dachkonstruktion können jedoch Schwachstellen bezüglich der Luftdichtheit sein. Während es zum Abdichten der Anschlussfugen von Fenstern und Türen verschiedene hochwertige Dichtstoffe auf dem Markt gibt, wird im Dachstuhl in der Regel mit luftdicht verklebten Folienwerkstoffen gearbeitet. Ob die Arbeiten sorgfältig ausgeführt wurden, kann mit dem Blower-Door-Test festgestellt werden.

Warum ist die Luftdichtheit eines Hauses wichtig?

Die Forderung nach Luftdichtheit der Gebäudehülle, die mit dem Blower-Door-Test überprüft wird, ist in der Energieeinsparverordnung verankert. Die Luftdichtheit soll einerseits gewährleisten, dass keine Heizungswärme aus dem Hausinneren nach draußen dringt. Andererseits sollen Feuchtigkeitsschäden am Gebäude vermieden werden. Dringt Feuchtigkeit aus dem Hausinneren in kühlere äußere Gebäudeteile, wie in die Dämmung oder den Dachstuhl, kann sie dort kondensieren und zu Schimmelbildung führen.

Wie wird die Luftdichtheit mit dem Blower-Door-Test überprüft?

Um zu überprüfen, ob die Gebäudehülle tatsächlich luftdicht ist, wird nach Fertigstellung eines Neubaus ein Blower-Door-Test nach DIN EN 13829 durchgeführt. Der Test umfasst mehrere Arbeitsschritte:

  • Vorbereitung: Zunächst werden alle äußeren Öffnungen im Haus geschlossen, wie der Kaminzug, die Fenster und die Außentüren, wobei eine Außentür oder ein Fenster zunächst geöffnet bleibt. In die Öffnung dieser Außentür oder dieses Fensters wird eine sogenannte Blower-Door eingebaut. Diese Gebläse-Tür besteht aus einem verstellbaren Metallrahmen, der von einer luftundurchlässigen Plane umgeben ist, in die ein Ventilator integriert ist. Der Metallrahmen drückt sich über Dichtungen im Tür- oder Fensterrahmen fest und dichtet die Öffnung am Rand entsprechend ab.
  • Blower-Door-Test: Sind alle Öffnungen verschlossen, wird der Ventilator zuerst so eingestellt, dass er die Innenraumluft aus dem Haus saugt und ein Unterdruck erzeugt wird. Dadurch entsteht eine Druckdifferenz zwischen innen und außen, der dafür sorgt, dass Luft von außen durch Leckagen schneller in den Innenraum dringt. Mit einem speziellen Messgerät namens Anemometers wird nun gemessen, wie viel warme Luft aus dem Gebäude nach draußen strömt und ob kalte Luft durch Leckagen ins Haus eindringt.
  • Aufspüren der Leckagen: Um die Leckagen genau zu orten, wird in der Regel eine Thermografiekamera verwendet. Die Aufnahmen dieser speziellen Infrarotkamera zeigen durch Farben an, wo genau kühle Außenluft ins Haus eindringt. Alternativ werden Leckagen mit künstlichem Rauch aufgespürt, der ins Gebäude eingebracht wird. Dort, wo er aus dem Haus herauskommt, sind Leckagen, die abgedichtet werden müssen.
  • Wiederholung des Tests mit Überdruck: Jetzt werden beim Blower-Door-Test alle Messungen wiederholt, wobei diesmal der umgekehrte Weg gewählt wird: Der Ventilator saugt diesmal die Luft von draußen ins Gebäude hinein und es wird entsprechend ein Überdruck im Haus erzeugt.
  • Bestimmung der Luftwechselrate: Aus den Ergebnissen der Überdruck- und Unterdruckmessungen wird die sogenannte mittlere Luftwechselrate errechnet. Die im Rahmen des Blower-Door-Tests ermittelte Luftwechselrate sagt aus, wie oft bei einem Druck von 50 Pascal ein Luftaustausch innerhalb einer Stunde stattfindet. Da alle Gebäudeöffnungen wie Fenster und Türen geschlossen sind, kann der Luftaustausch beim Blower-Door-Test nur über Leckagen erfolgen. Je kleiner die Luftwechselrate ist, desto dichter ist also die Gebäudehülle. Bei Häusern mit Fensterlüftung darf die Luftwechselrate höchsten 3 betragen, bei Gebäuden mit Lüftungsanlage höchstens 1,5.
  • Ausstellung Zertifikat: Wenn die Grenzwerte nach Norm nicht überschritten wurden, wird nach Abschluss des Blower-Door-Tests ein Zertifikat ausgestellt, das die Qualität der gemessenen Gebäudehülle attestiert.

Fazit

Mit dem Blower-Door-Test wird überprüft, ob die Gebäudehülle eines Hauses luftdicht ist und an welchen Stellen eventuell noch Fugen oder Ritzen in der Gebäudehülle bestehen und geschlossen werden müssen. Durch Leckagen kann Wärme aus dem Gebäudeinneren nach außen verlorengehen, was dem Energiespargedanken zuwiderläuft. Werden die Grenzwerte der Norm beim Blower-Door-Test nicht überschritten, erhält der Bauherr ein Zertifikat. So können Sie sich sicher sein, ein qualitativ hochwertiges Haus mit sauberer Abdichtung zu erhalten.

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